Sehenswürdigkeiten in Konstanz

Die landschaftlich reizvoll gelegene südbadische Bodensee-Stadt Konstanz hat ein überaus reiches Angebot an baulichen und sonstigen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Konstanz ist sowohl von Kriegszerstörungen als auch von unsensibel durchgeführten, großflächigen Stadtsanierungen weitgehend verschont geblieben. Daher bilden zahlreiche Baudenkmäler wie antike Befestigungsanlagen,mittelalterliche Sakralbauten und großbürgerlich-repräsentative Renaissance-Häuser sowie komplett im Jugendstil oder Gründerzeitstil erhaltene Stadtquartiere ein faszinierendes historisches Gesamtensemble gelebter Architektur. Daneben laden etliche weitere Besonderheiten im Stadtbild zum Verweilen und Bestaunen ein.

In einer Ausstellungshalle unter dem Münsterplatz können historisch interessierte Besucher Teile des hier 2003 von Archäologen freigelegten Kastells Constantia aus der römischen Spätzeit (4. Jahrhundert) der Stadt besichtigen.

Die Straßen und Gassen der Altstadt mit ihren zum überwiegenden Teil im 12. bis zum 16. Jahrhundert errichteten Bausubstanz vermitteln einen lebendigen Eindruck von den Lebenswelten der Menschen im Mittelalter. Besonders imponierend ist das alte, heute noch behördlich genutztes Rathaus, ein ehemaliges, freskengeschmücktes Zunfthaus der Leineweber.

Zur Altstadt gehört auch das an das Konzil von 1414 bis 1418 erinnernde liebevoll gepflegte, 28 Meter hohe Konzilsgebäude. Der imposante weiße Steinbau mit dem roten Walmdach war 1388 als Lagergebäude am Bodensee-Hafen errichtet worden und diente bis ins 19. Jahrhundert als wichtiger Warenumschlagsplatz.

Der Bismarck-Turm ist ein weiteres Stadtwahrzeichen: Der 1912 auf dem Raiteberg erbaute, etwa 23 Meter hohe Turm sollte dem damaligen Zeitgeist entsprechend ein „trutziges“ Grenzzeichen darstellen.

Die wichtigste der zahlreichen Konstanzer Kirchen ist das Münster, einem auf dem höchsten Hügel in der Innenstadt errichteter romanischer, später gotisch und neugotisch überformter, mächtiger Bau mit einem 78 Meter hohen Turm, der 1853 vollendet worden ist.

Unbedingt besuchenswert sind auch die zum Stadtgebiet gehörende Blumeninsel Mainau, das hochinteressante Aquarium Sealife und das seit 1607 dauerhaft bespielte renommierte Stadttheater.

Nicht entgehen sollte man sich die Gelegenheit, vom pittoresken Konstanzer Hafen mit einem Katamaran auf den Bodensee hinauszufahren und danach vielleicht, zumindest im Sommer, am „Hörnle“ genannten Strandbad die Seele baumeln zu lassen.

Dem einheimischen Bildhauer Peter Lenk hat Konstanz zwei besonders originelle Sehenswürdigkeiten zu verdanken. Auf dem 1992 an der Hauptverkehrsstraße Laube installierten Brunnen „Konstanzer Triumphbogen“ tummeln sich dreißig ironisch überhöhte Verkehrsteilnehmer von Putten bis zu römischen Wagenlenkern. Die oft nackt dargestellten Gestalten erweckten bei vielen Bürgern mit eher konservativen Kunstverständnis Protestgefühle wie bei der mittlerweile ebenso von der Öffentlichkeit mehrheitlich akzeptierten Lenk-Plastik „Imperia“. Die an der Hafenmole seit 1993 stehende barbusige, 18 Meter hohe Kurtisane Imperia trägt Kaiser und Papst in ihren Händen und nimmt persiflierend auf das Konzil von Konstanz Bezug.