Konstanzer Fasnacht

Das Fest beginnt. Konstanz begrüßt die Narrenwelt. Lange hat diese Stadt darauf gewartet, nach 1972 das Große Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ausrichten zu dürfen. Nun kann sich jeder ein Bild davon machen, wie wir Konstanzer Fasnacht verstehen und voller Herzblut jedes Jahr feiern. Der „Schmutzige Dunschdig“ ist in dieser Hochburg der organisierten und der freien Fasnacht ein Feiertag. Brauchtum und Zeitgeist verstehen sich bei uns wie nirgendwo sonst. Die Konstanzer Fasnacht ist ein sympathischer historischer Mischling: Spätmittelalterliche Fasnachtstraditionen der Zünfte und spätere Einflüsse des 18. und 19. Jahrhunderts haben sich hier zu einer eigenwilligen Variante der schwäbisch-alemannischen Narretei vereinigt. So weisen die wilden Tage der von den überzeugten Fasnächtlern sogenannten „Fünften Jahreszeit“ drei ganz unterschiedliche Elemente auf: die traditionelle Straßenfasnacht mit dem Maskenlaufen und den großen Umzügen, die tanzfreudige Fasnacht der großen Bälle und die revueartigen „Narrenkonzerte“ in den Sälen der Stadt. Der große Unterschied zu anderen Spielarten der Narretei und des Karnevals: Die Konstanzer Fasnacht ist offen für Gäste! Zwar gibt es die festgefügten Zünfte der „Blätzlebuben“, der „Laugele“, oder die verschiedenen Hexengruppen mit ihren teils historischen Gewändern und Masken. Ihre großen gemeinsamen Tage sind der Abend vor dem „Schmutzigen Dunschtig“, wenn die Narren mit dem „Butzenlauf“ die Fasnacht eröffnen und der großartige Umzug durch die Straßen der Stadt am Fasnachtssonntag. Doch an den übrigen Tagen gehört die Stadt denen, die sich auf die Atmosphäre der Fasnacht einlassen: Da sitzen Einheimische und Besucher bunt gemischt zusammen in den dicht gefüllten Weinstuben und Lokalen. Musikanten, Maskenträger und sogenannte „Schnurrgruppen“ ziehen von Lokal zu Lokal, spielen, führen improvisierte Narrenspiele auf und „strählen“ die Gäste. Wer mit gestylter Frisur zur Straßenfasnacht geht, hat selber Schuld. Hier empfiehlt es sich, einfach mitzumachen und die ausgelassenen, aber gutmütigen Narren kennenzulernen. Beschwingt und tanzfreudig geht es dagegen auf einigen bunten Kostümbällen zu. Auch hier sind Gäste willkommen und manche Freundschaft mit Bewohnern des Bodensees nahm im fasnächtlichen Zusammensein mit den „Seehasen“ ihren Anfang. Interessanten Lokalkolorit bieten die Narrenkonzerte verschiedener Vereine und Gesellschaften, jeweils einige Wochen vor der eigentlichen Fasnachtszeit. Hier glossieren die örtlichen Bühnenstars unter den Narren das lokale und globale Geschehen. Wer nicht unbedingt jede lokale Pointe verstehen will, hat an diesen auch musikalisch einfallsreichen Revuen große Freude. Traditionsreiche, bunte, phantasievolle und dazu gastfreundliche Narretei – das ist die „Fünfte Jahreszeit“ in Konstanz! Offizielle Webseite zum Narrentrefffen